Seit der Saison 2018/2019 spielt der Österreicher Mladan Jovanovic beim ThSV Eisenach. In einem spannenden Interview spricht er auch über die Gründe zu seinem Wechsel zum ThSV Eisenach. 

„Hannes Jon Jonsson hat mir den ThSV Eisenach empfohlen“

 Österreicher Mladan Jovanovic seit dem Sommer in der Wartburgstadt

 Ein bei der SG Handball West Wien tätiger isländischer Trainer hat einem Österreicher mit serbischen Wurzeln den ThSV Eisenach empfohlen. Hannes Jon Jonsson, von 2012 bis 2015 beim ThSV Eisenach als Spielmacher und mit den Thüringern in die 1. Handballbundesliga aufgestiegen, seit 2015 als Spielertrainer und ab 2016 als Trainer bei der SG Handball West Wien, hat Mladan Jovanovic, einem in Wien geborenen Rückraumspieler serbischer Eltern, die Wartburgstadt wärmstens empfohlen. Und so kam der 25-jährige 1,88 Meter große und 90 Kilogramm auf die Waage bringende Mladan Jovanovic ins Thüringische. Seine serbischen Eltern waren 1992 nach Wien geflüchtet, wo der Sprössling am 18.06.1993 das Licht der Welt erblickte. Als Baby wanderte Mladan Jovanovic mit seinem älteren Bruder und den Eltern zwischen der bosnisch-serbischen Grenze und Wien hin und her, bevor die Familie endgültig in Wien sesshaft wurde. Mladan Jovanovic besuchte in Österreichs Metropole die Volks- und Mittelschule, schloß die sich anschließende hohe technische Lehranstalt ALS Diplomingenieur für Maschinenbau ab. Zum Handball kam er recht spät. Wohl auch, weil Handball in Österreich nicht so populär ist. Die sportlichen Ambitionen lagen bis zum 15. Lebensjahr bei Karate und Kickboxen. „Beim Fußball habe ich es auch ganz kurz probiert. Als Stürmer. Doch der Körperkontakt war mir zu wenig“, lacht Mladan Jovanovic, seit Juli diesen Jahres als Rückraumspieler beim ThSV Eisenach. Seit einigen Wochen zwingen den Junggesellen akute Rückenschmerzen zum Pausieren. „Damit fehlt uns eine wichtige personelle Alternative“, erklärt Sead Hasanefendic, der international erfahrene Trainer.

Wir sprachen mit Mladan Jovanovic

Sie kamen erst spät zum Spiel mit dem kleinen runden Leder?

Ja, mein Sportlehrer in der Schule brauchte Spieler für eine Schülerliga im Handball. So kam ich eher zufällig zu dieser Sportart. Schnell kam ich zu meinem ersten Verein West Wien-Fünfhaus Spielgemeinschaft, in der ich über die verschiedenen Jugendteams. wie U 18 und U 20,  bis in die 2. und 1. Männermannschaft aufstieg. Ich wechselte dann für zwei Jahre zum SC Ferlach und zwei weitere Jahre zum HC Bruck. Ich hatte dort den Status eines Halbprofis, arbeitete im Teilzeitjob in meinem Beruf im Labor.

Dann kam der Wechsel zur vom Ex-Eisenacher Hannes Jon Jonsson trainierten SG Handball West Wien…?

Als Spieler des HC Bruck bin ich wohl Hannes Jon Jonsson aufgefallen, sodass er mich verpflichtete. In der Saison 2017/2018 spielte ich unter seiner Leitung bei der SG Handball West Wien.

Wie ist der in Eisenach hoch geschätzte Hannes Jon Jonsson, in der Saison 2012/2013 zum Spieler des Jahres im deutschen Handballunterhaus gewählt, als Trainer?

Er ist ein positiv verrückter Typ, mit viel Emotionen, viel Feuer. Auf und außerhalb des Handballparketts. Ein richtig geiler Typ! Er selbst war ja ein auch international erfolgreicher Mittelmann, von dem ich ganz viel lernen konnte. Gemeinsam mit dem ehemaligen Eisenacher Olaf Ragnarsson habe ich mir bei der SG West Wien die Spielmacherposition geteilt.

Ihre Lieblingsposition, Rückraum Mitte?

Ja, diese entspricht meinem Naturell.

Ihre sportlichen Vorbilder?

Da sind zwei zu nennen: Nikola Karabatic, ein in Angriff und Abwehr vollkommener Handballer, sowie Andy Schmid, der spielintelligente geniale Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen.

Welcher Handball entspricht Ihrem Naturell?

Schnelles DSpiel nach vorn, auch über die zweite Welle.

Weshalb mit knapp 25 Jahren der Wechsel nach Deutschland, weshalb zum ThSV Eisenach?

Ich wollte schon immer ins Ausland. Hannes Jon Jonsson hat mir den ThSV Eisenach empfohlen. Ein Traditionsverein in einer handballverrückten Kleinstadt in Thüringen. Das familiäre Klima liegt mir. Hier pflegen die Spieler den persönlichen Kontakt zu den Fans, lebt eine ganze Stadt für den Handball. Auch wenn es zuletzt nicht so gelaufen ist, mit dem Abstieg in die 3. Liga, auch Hannes Jon Jonsson glaubt fest daran, dass sich der neu aufgestellte ThSV Eisenach wieder in die Handballbundesligen aufrappelt. Mit Sead Hasanefendic konnte ein international erfahrener Trainer gewonnen werden. Auch er, ein Punkt für meinen Wechsel nach Eisenach.

Wie würden Sie den Handball in Österreich beschreiben?

Die erste Liga umfasst 10 Teams. Fünf sind Top-Vereine: Alpha HC Hard, West Wien, Fivers, Bregenz, Krems mit hoch professionellen Bedingungen.  Handball genießt in Österreich wenig Popularität. Die Zuschauerzahlen liegen nur zwischen 300 und 500. Und das, obwohl der Männer-Handball in Österreich in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte vollzogen hat, die Auswahl sich mit guten Leistungen für Großereignisse qualifiziert hat.

Was ist beim ThSV Eisenach in der 3. Liga anders als bei West Wien in der 1. Liga Österreichs?

Trainingsumfänge und Trainingsintensität sind nahezu gleich. Hannes Jon Jonsson bevorzugt längere Trainingseinheiten. Da brauchte ich mich also nicht umzustellen. Der Stellenwert des Handballs ist in Deutschland, insbesondere  in Eisenach, ein völlig anderer!

Wohin soll Ihr Weg mit dem ThSV Eisenach, wohin Ihr Weg in Deutschland führen?

Zunächst möchte ich wieder gesund werden, um meiner Mannschaft beim Vorhaben Wiederaufstieg zu helfen. Ich möchte Teil dieser Mannschaft werden, mit der Trainer Sead Hasanefendic was aufbauen will. Ich möchte bei diesem Projekt dabei sein. Mein Traum? Natürlich, einmal 1. Handballbundesliga zu spielen. Aktuell sind die Aufgaben in der 3. Liga zu lösen. Ein Teil der Mannschaft war schon im Vorjahr dabei, musste unangenehme Zeiten miterleben. Viele junge Spieler kamen hinzu. Der Aufstieg in die 2. Liga wird kein Selbstläufer. Er wird dadurch erschwert, dass mit Martin Potisk und mir beide Neuzugänge verletzt sind. 

Werden wir konkret. Wann werden wir Mladan Jovanovic wieder auf dem Parkett sehen?

Ich hoffe, in zwei Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können und dann alsbald auch wieder zu spielen.

Wie kommen Sie mit der Kleinstadt Eisenach zurecht?

In einer 1,7 Millionen Einwohner Metropole mit ihren vielfältigen Freizeit- und Kulturangeboten lebt es sich natürlich anders als in einer 44.000 Einwohner zählenden thüringischen Kleinstadt. Doch das familiäre Klima gefällt mir sehr. Ich fühle mich in Eisenach sehr wohl. 

 

Foto: sportfotoeisenach

Bericht: Thomas Levknecht

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