ThSV Eisenach „Blue Lions“ mit 16:12 (9:4) -Erfolg über die RSG „Blue Bandits“ Hannover

Der vergangene Samstag war ein hoch emotionaler Handballtag in der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle. Während es am Abend zur 98. Auflage des Traditionsderbys zwischen dem ThSV Eisenach und dem EHV Aue in der 2. Handballbundesliga (Endstand 33:30) kam, stand bereits am Nachmittag ein Treffen ehemaliger Eisenacher Handball-Größen auf dem Programm. Dieses Treffen mündete schließlich in der Aufnahme von Lutz Sinke in die Hall of Fame des ThSV Eisenach.

Darüber hinaus kam es zu einer echten Premiere im Thüringer Sport, wurde auch in der Sportgeschichte Eisenachs ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die im November des Vorjahres im Beisein von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Bundestagsabgeordneten Tina Rudolph unter dem Dach des ThSV Eisenach gegründete Rollstuhl-Handball-Mannschaft um den ehemaligen Bundesligaspieler Bernd Fichtner bestritt ein erstes Testspiel. Das Team „Blue Lions“ ThSV Eisenach traf auf die schon seit 5 Jahren aktive Mannschaft der RSG „Blue Bandits“ Hannover, in deren Reihen 5 Männer und 5 Frauen standen.  Gespielt wird mit jeweils 1 Torwart und 5 Feldspieler mit und ohne Beeinträchtigung.

Über 200 ausgesprochen beifallsfreudige Zuschauer, darunter das geschäftsführende Präsidium des Thüringer Handball-Verbandes um seinen Präsidenten Stefan Scholz, Manfred Rieger als Vorsitzender der THV-Region Hainich-Südharz-Werratal sowie die Landtagsabgeordnete Kati Engel, verfolgten die Partie über 2 x 20 Minuten, die einen unverhofften Ausgang nahm. „Ich kannte den Ehrgeiz unserer Spieler, aber dass sie schon so gut zusammenspielen, das hatte ich nicht erwartet“, zeigte sich Bernd Fichtner, der für den THV als Referent Rollstuhlhandball/Inklusion ehrenamtlich tätig ist, positiv überrascht. Sein Team siegte 16:12 (9:4)! „Das lag vielleicht auch daran, dass den Gästen zwei Stammkräfte fehlten. Wir standen defensiv gut, sind gut gerückt, das Zusammenspiel mit Torhüter Mika Walper klappte bestens“, freute sich Bernd Fichtner. Oftmals landeten die Gäste-Würfe aber auch neben dem Eisenacher Kasten. Mit Mika Walper im Tor sowie Carolyn Mischke, Marco Pompe, Peter Göllner und Jeremias Hartlep startend, gaben sie nach dem Treffer zum 1:0 die Führung nicht mehr aus der Hand. Alle zur Verfügung stehende 13 Eisenacher Rollstuhl-Handballer kamen zum Einsatz, hatten ebenso wie die Zuschauer reichlich Spaß. In Klaus Kowald hatte die Partie einen erfahrenen Schiedsrichter.  Ein solch famoser Einstand ruft geradezu nach einer Fortsetzung…!